Zum Boeing-Crash

Geschrieben von apxwn am 17. Juli 2014 auf chartophylakeion tou polemou » Zum Boeing-Crash


Die Sache mit der malaysischen Boeing sieht insgesamt recht eigenartig aus. Die Ukraine hatte ihren Luftraum über den Regionen Donezk und Lugansk (und pro forma über der Krim) noch vor einer Woche für die zivile Luftfahrt gesperrt und die ganze Welt darüber informiert. Aus welchem Grund der heutige Flug der Boeing ausgerechnet dort verlief, ist ein Rätsel, zumal dieselbe Flugverbindung noch gestern ganz anders – wesentlich weiter westlich – gelegt war.

Es gibt weiterhin die eigenartige Meldung über ein weiteres Flugzeug, das kurz vor dem Crash nahe der Boing auftauchte.

Alexander Borodai von der VRD sagt, die Volkswehr verfüge nicht über die Mittel, ein so hoch fliegendes Flugzeug anzugreifen. Das Flugzeug ist aus einer Höhe von etwas über 10.000 Metern abgestürzt, was außerhalb der Reichweite “gängiger”, der Volkswehr zur Verfügung stehender Luftabwehrsysteme liegt. Aus diesem Grunde dreht die Euromaidan-Propaganda – und mit ihr bereits die deutsche Presse – an der “Buk”-Version. Dass die Volkswehr angeblich über “Buk”-Waffensysteme verfüge, hörte man aus einem einzigen früheren Statement von (im Donbass recht zwielichtig auftretenden) Sergej Kurginjan – russischer Politiker und Kopf seiner eigenen, recht bekannten Bewegung “Das Wesen der Zeit” – sowie von der Volkswehr selbst, der Ende Juni durch die Übernahme zweier Stützpunkte der ukrainischen Luftabwehr einige dieser Systeme, allerdings “in defektem Zustand”, zugefallen sind.

Es gelingt auch nicht, die abgestürzte Boeing zeitlich mit “Strelkows” heutiger Meldung über den Abschuss einer weiteren ukrainischen AN-26 zu verknüpfen – zumal diese Meldung nicht von ihm kam.

MH17 am 16. und 17.07.2014. Quelle: flightaware.com

Exakt einen Monat vor den ersten heutigen Crash-Meldungen gab es über den Twitter-Account eines recht bekannten russisch(sprachig)en Politsatirikers das hier:

“Bald wird über der Ruine [Ukraine] ein Flugzeug abgeschossen werden, das mit unschuldigen Euro-Touristen vollgestopft ist. Das wird zum Anlass für eine offizielle Einladung an die NATO werden. So sehe ich das.” (@vesti_kpss, 17.06.2014)

Man kann sagen was man will, aber die Ukraine, welche bereits einmal für den versehentlichen Abschuss von zivilen Verkehrsflugzeugen verantwortlich gewesen ist, hat in solchen Fragen zweifellos Erfahrung: die Version einer kaltblütigen Provokation ist nach momentanem Stand nicht nur nicht auszuschließen, sondern fast vordergründig. Obwohl Eurocontrol erst einmal von einem Unfall ausgeht und Jen Psaki, die offizielle Position des US State Dept. vertretend, sich – trotz angeblich 23 US-Bürgern unter den Passagieren – mit vorschnellen Beschuldigungen erstaunlich zurückhält, springt Kiew sofort auf die Sache an:

“Die USA müssen uns sofort moderne, hochpräzise Waffensysteme zur Verfügung stellen und uns Luftunterstützung leisten, die NATO eine Bodenoffensive zum Schutz der ziviliserten Welt vor dem satanischen Russland beginnen!”

Das ist die Reaktion von Zorjan Schkirjak, Berater des ukrainischen Innenministers (Quelle). Die Sache passiert für Kiew zu einer recht günstigen Zeit, was Zufälle weniger wahrscheinlich macht.

Cui prodest scelus, is fecit. Wie immer – denn in Kiew fordert man ja nicht etwa eine Untersuchung des Vorfalls, sondern gleich Bombardements und die Invasion von Bodentruppen.

Es kommt der eigenartige Eindruck auf, als könne diese Provokation – so es denn eine ist – ohne direktes Zutun des “Westens” abgelaufen und eine komplette Eigeninitiative der Junta sein, für die ein Eingreifen der NATO langsam, aber sicher zu einer Frage des eigenen Überlebens zu werden beginnt.

Wie auch immer – selbst bei einer relativ oberflächlichen Betrachtung zerfallen die vom offiziellen Kiew in aller Eile gemachten Konstrukte – “Separatisten”, “Russen” oder, wie immer, “Putin selbst”. Jedenfalls ist die Crash-Stelle für die Kiewer Regierung nicht zugänglich – sie wird von der Volkswehr kontrolliert. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden 8 von 12 “Black boxes” sichergestellt. Es kann gut sein, dass die westlichen Regierungen sich von den “Kiewer Konstrukten” in dieser Sache distanzieren.

Advertisements

Eine Antwort to “Zum Boeing-Crash”

  1. lothar harold schulte Says:

    Hat dies auf lotharhschulte rebloggt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: