Der VW “Skandal”

Der VW “Skandal”
Veröffentlicht von: N8Waechteram: 24. September 2015

Der VW “Skandal”

Von Eric Peters

Dies könnte VW umbringen – bis vor kurzem (letzte Woche) das größte Auto-Unternehmen der Welt…

Aber anders als, sagen wir mal das Pinto-Fiasko, geht es bei dieser Geschichte nicht um mangelhafte Autos. Es ist eine Geschichte über mangelhafte öffentliche Politik.

Keins der VW-Fahrzeuge, die jetzt im Fadenkreuz sind, sind unzuverlässig, gefährlich oder minderwertig gebaut. Sie wurden einfach nur programmiert, ihren Besitzern den bestmöglichen Spritverbrauch zu geben. Software, die im Computer eines jeden Fahrzeugs steckt und die Funktion des Motors überwacht und kontrolliert, passt heimlich die entsprechenden Parameter an, um sich bei Emmissionstests durchzumogeln, wenn das Fahrzeug an der Teststation eingestöpselt ist. Aber sobald das Fahrzeug wieder auf der Straße ist, werden die Einstellungen auf den optimalen Wert für Treibstoffverbrauch und Leistung zurückgesetzt.

Nun, die hysterischen Meldungen in den Medien über das Vorgenannte erwecken den Eindruck, dass die Modifizierung der Fahrzeugabgase per Code alles andere als geringfügig war. Schrille Aufschreie des bis zu “40-fachen“ des “zulässigen Maximalwertes“ schallen übers Land.

Nun, richtig, aber irreführend, da nicht definiert und in den richtigen Zusammenhang gebracht.

Was ist der “zulässige Maximalwert“?

Es ist eine sehr kleine Zahl. Weniger als 1 Prozent der Gesamtabgase des Fahrzeugs. Wir reden hier von Bruchteilen von Prozenten. Was der Grund ist, warum es irreführend und offen gesagt wissentlich unehrlich ist, von “40 Prozent“ zu reden.

Aus dem Kontext genommen hört sich die Zahl alarmierend an, wie bei 40 Prozent von 100 Prozent. Im Gegensatz zu 40 Prozent der verbliebenen ungefilterten Abgase von 1 bis 3 oder 0,05 Prozent, oder wie viel es auch immer sein mögen (abhängig von dem speziellen “gefährlichen“ Nebenprodukt, auf dem ständig herumgeritten wird).

Die selten erklärte Wahrheit – aus Gründen, die offensichtlich sind – ist, dass die Emmissionen von neuen Autos (und neueren Oldtimern) derart gründlich gesäubert wurden, dass sie kaum noch existieren. Katalysatoren (insbesondere “Dreiwege“-Katalysatoren mit Sauerstoff-Sensoren) und Einspritzung allein haben etwa zwei drittel der störenden Partikel aus den Abgasen entfernt – und die gibt es seit den 1980ern. Dem überwiegende Teil des verbleibenden Drittels hat man sich während der 90er angenommen, indem bessere Treibstoff-Versorgung (Kraftstoffeinspritzung hat die Drosselklappe ersetzt) und genauere Motor-Computer zum Einsatz kamen, die in Echtzeit die Parameter erfasst und angepasst haben und den Fahrzeugbesitzer darauf hinwiesen, wenn eine Abgasuntersuchung notwendig wurde. […]

Ein Verbrennungsmotor wird immer irgendwelche Emissionen produzieren. Die Entwickler haben sich die niedrighängenden (und auf halber Höhe hängenden) Früchte gepickt. Aber die EPA [US-Umweltschutzbehörde] besteht auf einem emissionsfreien Verbrennungsmotor – was natürlich unmöglich ist. Und was vermutlich genau der entscheidende Punkt ist.

Setze unerreichbare Standards und dann denunziere das Opfer wegen “Nichteinhaltung“ derselben. VWs Sünde war es zu versuchen, Dieselfahrzeuge die die Menschen haben wollen in die Showrooms zu bekommen. Das sind Dieselfahrzeuge, die mit einer Gallone Sprit weiter fahren können als vergleichbare Benziner, womit die höheren Anschaffungskosten eines Diesels ausgeglichen werden. Oder zumindest soweit, im Verhältnis zum Benziner, dass der erhöhte Preis gerechtfertigt werden kann.

Die Menschen erwarteten, ja forderten auch, dass die Fahrzeuge Leistung bringen, dass sie beschleunigen, wenn sie aufs Gaspedal treten. VW hat die Einstellung so gewählt, dass die von den Kunden erwarteten Funktions-Charakteristika erfüllt werden. Deswegen steckt VW jetzt in der Klemme – weil sie die Kundenwünsche den Vorschriften der Regierung vorgezogen haben.

Niemand hat beklagt, dass eins der “betroffenen“ Fahrzeuge schlecht läuft. Tatsächlich laufen sie besser als sie es täten, wenn VW die Einstellung so belassen hätte, dass sie der unerbittlichen EPA gerecht werden. Die wird jedoch nicht zufrieden sein, bevor wir nicht allesamt $ 60.000 teure “emissionsfreie“ Elektroautos fahren, die wir uns überhaupt nicht leisten können.

Das wird wiederum die meisten von uns dem öffentlichen (also der Regierung gehörenden) Nahverkehr aussetzen, sofern wir überhaupt befördert werden. Vermutlich werden wir in Stadtkernen eingepfercht, wie die Sardinen in der Büchse, alles um “der Umwelt“ willen. Es ist eine Tragödie der Dummheit, Böswilligkeit und technischen Ignoranz.

Stellen Sie sich nur vor, dass VW (und andere Auto-Konzerne) ihre Fahrzeuge hunderte Pfund leichter als der derzeitige Durchschnitt herstellen könnten, wenn es die bundesbehördlichen “Sicherheits“-Vorschriften nicht gäbe. Was wiederum kleinere Motoren erlauben würde, die weniger Treibstoff verbrauchen, was entsprechend weniger Abgase produzieren würde. Selbst wenn die Abgase eines hypothetischen 1.600 Pfund Ultraleicht-Fahrzeugs, sagen wir, 2 Prozent “schmutziger“ wären, als die von der EPA genehmigten 2.300 Pfund “Sicherheits“-Autos, wenn das Ultraleichte 40 Prozent weniger Treibstoff verbrennt, dann ist der Gesamtausstoß immer noch viel niedriger, als der der von den Regierungsbehörden genehmigten Fahrzeuge. Derartige Ultraleicht-Autos wurden aber vom Gesetzgeber effektiv der Existenz beraubt.

Gleichzeitig werden von den noch produzierten Fahrzeugen zunehmend unerreichbare Standards gefordert und die Hersteller (wie VW) in eine Situation gebracht, in der sie regierungskonforme Autos bauen, die zu viel kosten und eine derart schwache Leistung haben, dass kaum jemand sie kaufen möchte… oder sie müssen “mogeln“, um Autos zu bauen, die die Menschen wirklich kaufen wollen. […]

Einige Insider-Infos: Mazda hat seit zwei Jahren versucht seinen Sky-D-Dieselmotor EPA-konform zu machen (und zugleich Kunden-praktikabel), bisher ohne Erfolg. Ihnen wird dieser 50+ MPG-Diesel [Meilen pro Gallone; 50 MPG entsprechen 5,6 l/100 km] von diesen Partikel-Dschihadisten in Washington vorenthalten.

Bedenken Sie: Weder bei VW noch bei Mazda reden wir von einer Rückkehr zum LA der frühen 1970er, bleiverseucht und DDT-gebadet. Das ist alles nur ein Schreckgespenst, ein Strohmann, ein Phantom, dazu gedacht Ihnen Angst zu machen. Da steckt aber keinerlei Realität dahinter.

Das “Emissions-Problem“ wurde vor Jahrzehnten gelöst, aber die EPA und dergleichen können das nicht zugeben. Denn wenn sie das täten, dann wäre die EPA überflüssig.

>>> zum englischsprachigen Original

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

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Eine Antwort to “Der VW “Skandal””

  1. Harms Says:

    Die neusten Infos über weitere betroffene Autos, auch in den USA, wird jetzt wirklich tödlich für VW. Ist das Unternehmen überhaupt noch zu retten. Finanziell ist das doch garnicht mehr zu schultern. Es muss eine Sanierung gestartet werden; möglicherweise sollte VW schnellstmöglich zerschlagen werden. Noch wird es Intressenten geben!

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