Hype oder Hilfe?

Hype oder Hilfe? – ceiberweiber – myblog.de

Hype oder Hilfe?

(3.9.2015) Wenn es um Russland und die Ukraine geht, ist es egal, welche Zeitung man aufschlägt oder welchen Sender man einschaltet. Das gleiche Bild ergibt sich, wenn getrommelt wird, wir müssten „Schutzbedürftige“ aufnehmen, was darauf hinweist, dass auch hier transatlantische Interessen bedient werden. Herbeimanipulierte „Menschlichkeit“ soll ausblenden, dass die Rechte der eigenen Bevölkerung denen Fremder hintangestellt werden, es um Destabilisierung von Staaten wie Deutschland oder Österreich geht.

Wie dies funktioniert, zeigt auch die Häufigkeit an dieser Agenda dienenden Meldungen auf der Webseite der Austria Presse Agentur. Eine kleinere Auswahl werde ich kommentieren; UserInnen mögen sich selbst auf dem Laufenden halten und bedenken, dass die meisten gar nicht wissen, wem sie mit ihren Initiativen in Wahrheit dienen, weil man sie psychologisch geschickt bei ihnen wichtiger Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung packt. Da gibt es etwa die Aufforderung der Plattform respekt.net, Druck auf die eigenen Gemeinden zur Flüchtlingsunterbringung auszuüben.

Gemeint ist damit, die handelnden Personen unter Druck zu setzen, die Mitglieder verfassungsmässiger Vertretungskörper sind, deren Nötigung vom Gesetzgeber unter Strafe gestellt wird. Allerdings kann man fast die gesamte Berichterstattung als Nötigung von Mitgliedern etwa der Bundesregierung und der Landesregierungen betrachten. Dies fällt auf, wenn man etwa dieses Schreiben zur Kündigung eines Abos der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ liest und im ersten Moment annimmt, es werde der Inhalt etwa des „Kurier“ vom letzten Sonntag beschrieben. Wenn sich aber die Bilder so sehr gleichen, wie wir es z.B. bei den Sanktionen gegen Russland erlebt haben, ist auch hier eine transatlantische Hand im Spiel, die keineswegs am Wohl unserer Bevölkerung interessiert ist. Daher kommen kritische Stimmen nicht zu Wort und es gibt keine ehrliche Berichterstattung, sondern Desinformation statt Information, das Gefühl für eigene Rechte und Eigenstaatlichkeit soll verloren gehen.

Es ist klar, dass respekt.net wie andere die Begriffe „Menschlichkeit“ und „Solidarität“ betont und mit keinem Wort auf Kriegstreiber eingeht. Mit anderen Worten kommen „Unmenschlichkeit“ und „andere im Stich lassen“ zum Ausdruck, weil keinerlei Energie dafür aufgewendet wird, gegen diejenigen aufzutreten, die etwa den SyrerInnen solches Leid zufügen; daher ermöglicht man das weitere Funktionieren geostrategischen Vorgehens. SOS Mitmensch wurde gegründet, als die Amerikaner nach dem Endes des Kalten Krieges daran gingen, den Balkan zu destabilisieren; die damaligen Vertriebenen landeten auch zu einem Großteil in Österreich, waren aber an Integration interessiert und hatten zudem Bindungen zu Ländern, in die viele als GastarbeiterInnen gekommen waren. Sieht man sich das Verhalten von SOS Mitmensch und diverse Kampagnen an, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Foreign Government Organisation handeln könnte.

Auf der Agenda stehen Promi-Aktionen für den Arbeitsmarktzugang von AsylwerberInnen, heftige Kritik an der rot-blauen Koalition im Burgenland (anders als die Bundes-SPÖ nicht auf NATO-Linie), massives FPÖ-Bashing wegen echter oder gefakter Postings auf den Facebook-Seiten blauer FunktionärInnen; und immer wieder das Thema Asyl und das Agieren der Innenministerin. Mitmenschen gibt es unter Einheimischen keineswegs; diese können noch so sehr unter Menschenrechtsverletzungen leiden oder als Arme Mitmenschlichkeit benötigen; die einzigen ÖsterreicherInnen, die SOS wahrnimmt, sind eingespannte Promis und böse Blaue. In der Zeitschrift von SOS Mitmensch erklärt der Psychologe Klaus Ottomeyer ganz im Sinn transatlantischer Diffamierungskampagnen, dass „eigene Gier und eigener Neid auf Flüchtlinge projiziert“ werden. Rechte Propaganda trage nämlich dazu bei, „moralisches Gewissen auszuschalten“. Welches Gewissen haben eigentlich er und andere, wenn sie es unterstützen, dass jeden Tag Menschen Opfer der transatlantischen Strategie werden?

Der nicht gerade billige OTS-Zugang ist für SOS und Co. unverzichtbar, sodass man auch gleich noch eine Meldung rausschickt, nämlich zu einem Interview mit Conchita Wurst, die/der sich zu „fließenden Identitäten“ bekennt. Vielleicht meint Tom Neuwirth es ja ähnlich wie der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, denn Deutschland soll jetzt eine „Gemeinschaft der Verschiedenen“ sein, man müsse „Nation neu definieren“, fordert der Bundespräsident. Denn immer mehr Menschen würden sich „von dem Bild einer Nation lösen, die sehr homogen ist, in der fast alle Menschen Deutsch als Muttersprache haben, überwiegend christlich sind und hellhäutig“, weil ja auch die „Lebenswirklichkeit“ schon „erheblich vielfältiger“ sei. Gauck ist für „weitergehende Einwanderungsregeln“ und dafür, dass man Einwanderer, die „hier einfach arbeiten wollen“, doch ins Land lassen soll.


ZDF Zoom über Parallelgesellschaften in Deutschland

In Deutschland, aber auch in Österreich reden viele Menschen praktisch nur Dialekt, und zudem gibt es autochtone Minderheiten, sodass beide Ländern ohnehin mehrsprachig sind. Gauck würde grosse Schwierigkeit haben, manch eine/n ÖsterreicherIn oder SchweizerIn mit deutscher Muttersprache zu verstehen, weil zur gewachsenen kulturellen Identität eben auch gehört, Hochdeutsch nur als Schriftsprache zu betrachten. Natürlich geht es Gauck, der wie Merkel von den Amerikanern unter Druck gesetzt wird, weniger um sprachliche Vielfalt als darum, dass die „neu definierte“ Nation das Verschwinden staatlicher Souveränität und territorialer Integrität bedeutet. Vielen gilt Gauck in mehrfacher Hinsicht als Inbegriff des Heuchlers, sowohl als Pastor als auch als Bundespräsident, der sich stets auf die Seite der Kriegstreiber stellt.

Auch in Österreich hat die Kirche Erklärungsbedarf, wobei sich dies auf die Katholische bezieht, die sich stark in Szene setzt bei Druck auf die Politik, aber selbst wenig beiträgt, das nicht wie Aktivitäten der Caritas vom Staat bezahlt wird. Daher soll eine neue Webseite darüber informieren, wo man selbst Flüchtlinge unterbringt; natürlich mit der Aufforderung, sich selbst daran zu beteiligen. Die evangelische Kirche wiederum möchte, dass die Gläubigen ihre „Herzen und Türen“ öffnen („Menschlichkeit und Nächstenliebe statt Angst und Abgrenzung“).

Da „Flüchtlinge“ 883 Treffer auf der APA-Seite in den letzten drei Monaten ergibt, seien nur noch ein paar Aussendungen erwähnt. Zum Teil ist es Polit-Hick-Hack, und manchmal wird der Begriff „Flüchtlinge“ neben anderen erwähnt, doch die Anzahl spricht auch so für sich. Es gibt darunter auch eine Richtigstellung des Innenministeriums zu einem schwarzmalerischen ORF-Bericht über das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, bei dem gar nicht erst nach einer Stellungnahme gefragt wurde. Persönliche Profilierung wird bei „Schweigeminute (Traiskirchen)“ in den heimischen Charts eine Rolle spielen, mit der der Wiener Künstler Raoul Haspel seinen „friedlichen, ruhigen Protest gegen das erschütternde Versagen der österreichischen Flüchtlingspolitik“ deklariere. Klar, dass ihm zur US-Geostrategie erst recht nichts einfällt, ausser dass er auch seinen Beitrag zur Destabilisierung Österreichs leisten will.

An Stimmungsmache gegen Russland unter dem Deckmantel der Rechte Homosexueller ist man gewohnt und auch daran, dass sich hier viele einklicken, wiederum oft ohne zu ahnen, wessen Agenda sie unterstützen. Daher darf eine Aussendung der austrian gay professionals unter dem Titel „Lieber tote als homosexuelle Flüchtlinge“ nicht fehlen. Die HochschülerInnenschaft sollte sich einst um die Anliegen von Studierenden kümmern, deren Alltag ja in den letzten Jahren nicht einfacher geworden ist. Immer mehr StudentInnen müssen nebenbei arbeiten, immer öfter gibt es nach dem Studium bzw. in dessen Endphase nur die Chance auf Praktika; die Anforderungen seitens potenzieller ArbeitgeberInnen werden grösser. Tatsächlich gehört die ÖH aber schon längst zu einer staatlichen Strukturen und der Souveränität entgegengestellten NGO-Nebenregierung, wie auch dieser Beitrag zeigt:

Die Politik muss den Menschen in Not helfen
Wegschauen ist keine Lösung.

Während gestern mehr als 3.000 Flüchtlinge, die aus Ungarn gekommen sind, von freiwilligen Helfer_innen dringend benötigte Unterstützung an den Wiener Bahnhöfen bekommen haben und sich mehr als 30.000 Menschen in Wien solidarisch auf der Straße für eine menschenfreundliche Flüchtlingspolitik eingesetzt haben, eskaliert heute die Situation in Ungarn erneut. Die ungarische Polizei verwehrt den Flüchtlingen Zugang zu den Bahnhöfen und lässt sie räumen. Den Flüchtlingen wird somit die Möglichkeit genommen in die Züge nach Westen einzusteigen, sie müssen in Ungarn ohne Unterstützung bleiben.


Kundgebung vor dem Innenministerium im April

„Die Politik ist gefordert endlich Maßnahmen zu ergreifen und Menschen in Not zu helfen. Es kann nicht weiterhin sein, dass die Zivilgesellschaft diese Aufgaben übernimmt, während den Asylsuchenden seitens der Politik weitere Steine in den Weg gelegt werden.“ so Philip Flacke vom ÖH Vorsitzteam. Zum Ausmaß der politischen Verantwortung der Österreichischen Regierung zieht Flacke auch Schlüsse.

„Die prekäre Lage an den Bahnhöfen in Ungarn sei nicht der Absage an das Dublinabkommen der einzelnen Länder geschuldet, sondern eine klare Folge der menschenfeindlichen Flüchtlingspolitik in Europa. Davor die Augen zu verschließen, und eine simple Aufklärungskampagne zu fordern ist eindeutig kein Weg zur Verbesserung.“

Auch deshalb fordert die Österreichische Hochschüler_innenschaft ein klares Zeichen von der Regierung, sich gegen das Dublinabkommen und für die Reisefreiheit auszusprechen, und somit den Flüchtlingen eine Chance auf Leben zu geben.

Ein ähnlicher pädagogischer und emotionalisierender Tonfall ohne jedes Bewusstsein für praktische Erfordernisse eines Staates ist vielen Stellungnahmen eigen. Man stelle sich doch einmal vor, was wäre, wenn 8,6 Millionen EinwohnerInnen Österreichs, von denen Hunderttausende in Armut leben, mehr als 400.000 keinen Job haben, jeden einzelnen Tag Zuwachs in der Höhe von mehreren tausend Menschen bekommen, die zur Gänze versorgt werden müssen. Bereits jetzt ist davon die Rede, dass der Staat mehr als eine Milliarde Euro aufwenden wird müssen, die teilweise jenen zugute kommen, die sich als moralisches Gewissen inszenieren, weil sie Flüchtlinge betreuen.

Auch abseits der APA wird man überschüttet mit Beteuerungen, wonach das Einzige, was menschliche ÖsterreicherInnen tun können, darin besteht, ungefragt, ungeprüft, ohne jedes Maß und Ziel alle zu verköstigen und zu unterstützen, die behaupten, sie seinen Flüchtlinge. Das bedeutet, Straftaten zu negieren, sich Massen „kampffähiger junger Männer“ schönzureden, sich auf Familien zu beziehen, wo diese nur einen Bruchteil der „Schutzbedürftigen“ ausmachen, Männer vom Balkan zu Menschen zu verklären, die um ihr nacktes Leben rennen.

Ein besonders krasses Beispiel ist eine Einladung der SLP (Sozialistische Linkspartei), die sich vor vielen Jahren von der SPÖ abgespaltet hat: „Der erschütternde Leichenfund auf der Ostautobahn hat zehntausende Menschen auf die Strasse gebracht. JedeR Geflüchtete, die/der hier stirbt, wird ermordet – vom Grenzregime der EU, von der rassistischen österreichischen Regierung. Die Umstände in Traiskirchen und anderen Flüchtlingslagern sind unmenschlich und nicht akzeptierbar. Unzählige Menschen leisten Solidaritätsarbeit. Auf die etablierten Parteien ist kein Verlass, sie sind Schuld an der katastrophalen Situation der Flüchtlinge. Sie sind die VertreterInnen eines Systems, dass Menschen zur Flucht zwingt. Sie schieben täglich Menschen ab.

Wie können wir breiten und dauerhaften Widerstand organisieren, um die Situation für Flüchtlinge zu verbessern, um Abschiebungen zu verhindern – aber auch um längerfristig eine Welt zu schaffen, in der niemand mehr flüchten muss?! Dazu diskutieren wir mit Michael Genner von Asyl in Not“, was am 1. September in einer Wiener Pizzeria über die Bühne ging. Mit keinem Wort werden die USA erwähnt, die bei einer Bevölkerung von 317 Millionen EinwohnerInnen „erwägen“, heuer 2000 SyrerInnen aufzunehmen.

Genner ist dafür bekannt, Regierungsmitglieder geradezu zu beschimpfen bei öffentlichen Auftritten, etwa bei einer Kundgebung parallel zur Angelobung des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl in der Hofburg Mitte Juli den neuen Landesrat Norbert Darabos. Dieser war zwar nicht anwesend (und auch Niessl sah den Protest einiger weniger nicht), doch ich mailte danach an Genner, ohne je eine Reaktion zu erhalten:

Zu deinen Angriffen auf Darabos war meine erste Assoziation, dass du ja derjenige warst, der sich über den Tod von Innenministerin Liese Prokop gefreut hat. Dieser hat übrigens auch dazu beitragen, dass Darabos dann Verteidigungs- und nicht Innenminister wurde. Und damit begann nicht nur sein Unglück, denn er wurde und wird von den USA unter Druck gesetzt. Jetzt hat er keine „roten“ Komplizen wie Kabinettschef Kammerhofer mehr am Hals, der jedoch weiterhin im BMLVS fuhrwerkt.

Dass das Heer in den Sand gesetzt wird, läuft übrigens auf Kampfeinsätze und NATO-Beitritt hinaus; anders als Darabos hat Klug keinen Tau von der Materie und wäre auch nie imstande, die NATO-Partie im Ressort (und in der Bundesparteii bzw. bei der Wiener SPÖ) zu unterlaufen. Zwar hört man dazu nix von österr. NGOs, aber es ist doch Tatsache, dass der Großteil der Flüchtlinge aufs Konto von US-Geopolitik geht. Es ist aus meiner Sicht feige und zynisch, dazu zu schweigen, da ja hinter jedem Flüchtling viele Tote, viele Verletzte, viele Zurückgelassene stehen.

Ich weiss schon, dass Menschenrechte von vielen nur mehr dann als wichtiges Anliegen wahrgenommen werden, wenn Betroffene keine österr. Staatsbürgerschaft haben und am besten zu uns geflohen sind. So ist es auch leichter möglich, dass immer mehr ÖsterrreicherInnen in Armut leben und dass jene StaatsbürgerInnen, deren Rechte massiv verletzt werden, sich an keine einzige Organisation wenden können (man gibt ihnen vielleicht ein paar Almosen, damit sie nicht verhungern, würde sich aber nie so für ihre Rechte einsetzen wie wenn sie Flüchtlinge wären).

Mir wird seit Jahren massiv zugesetzt, weil ich die Zustände im BMLVS und in der Regierung (und in Teilen der SPÖ) thematisiere; ich finde es schlicht zynisch und menschenverachtend, wie du über Darabos gesprochen hast heute, der seit Jahren unter massivem Druck steht und alle sehen zu.

Ich denke aber, dass du dich eh niemals dafür einsetzen würdest, dass Politiker den benötigten Spielraum haben, was schlicht bedeutet, dass die Verfassung eingehalten wird und sie vor Druck (und Überwachung und Bespitzelung, die dabei auch eine Rolle spielt) geschützt werden. Bei Darabos war das eindeutig nicht der Fall, weder als Minister noch als Abgeordnneter, und im Burgenland hat er zwar loyale Rote um sich, doch der Arm der Amerikaner reicht auch nach Eisenstadt.

Frag doch einmal in der SPÖ, frag Abgeordnete anderer Parteien, frag im Innenministerium (das BVT sieht sich ausserstande, die Situation zu analysieren), frag, wenn du auf Mauern stossen willst im BMLVS, frag im BMJ, was mit dem BMLVS, Darabos, dem Bundeskanzleramt, der Bundes-SPÖ los ist. Und frag andere NGOs, ob sie mal was für eine Österreicherin tun wollen, deren Menschenrechte massiv verletzt werden, weil sie kritisch berichtet.

Ich kann dir meine Artikel im Moment nur in Offline-Versionen schicken, da meine Webseite wegen Hackerangriffen ein neues System braucht; online sind die Texte auch untereinander verlinkt. Viele haben mir alles bestätigt, noch viel mehr mauern aber, wenn ich sie darauf anspreche. Schon von daher, dass um den Umgang mit Darabos so ein Geheimnis gemacht wird und es alle dulden, ist nicht sehr wahrscheinlich, dass er wirklich so schändlich agieren wird, wie du ihm von vornherein unterstellst. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass von „frei von Druck“ noch keine Rede sein kann.

Genner bleibt natürlich auf seinem Trip, weil Schwarz-Weiss-Malerei und das Ausblenden der Amerikaner der viel bequemere Weg ist. Die transatlantisch kontrollierte Bundes-SPÖ konzentriert sich darauf, die österreichische Souveränität zu unterlaufen und startet Hilfsappelle etwa für Frauen und Kinder auf der Flucht: „Die letzten Wochen sind an uns SPÖ-Frauen nicht spurlos vorübergegangen. Gemeinsam mit der Volkshilfe möchten auch wir einen Beitrag leisten, um vor allem Frauen und Kinder, die hier in Österreich Schutz suchen, zu unterstützen“, schreibt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek als Vorsitzende der SPÖ-Frauen.

Helfen kann frau mit Sachspenden: „In vielen Flüchtlingsheimen und Unterkünften der Volkshilfe werden wichtige Dinge des täglichen Bedarfs wie Decken, Hygieneartikel, Windeln, Spielzeug etc. gebraucht. Mit einem kleinen Beutel, einer Tasche oder einem Karton mit Waschsachen kannst du beispielsweise einen einfachen aber sehr hilfreichen Beitrag leisten. Die Frauen haben selten eigene Behälter, in denen sie die Sachen aufbewahren können.“

Die SPÖ-Frauen informieren auf ihrer Webseite darüber, welche Artikel gebraucht werden und sammeln Spenden gemeinsam mit der Volkshilfe. Auch Zeitspenden sind willkommen: „Die Volkshilfe Österreich stellt Kontakte her, um die Flüchtlinge bei ÄrztInnenbesuchen, Sprachkursen und vielem mehr zu unterstützen. Wenn du gerne deine Hilfe in dieser Form anbieten möchtest, werden wir dir gerne einen Kontakt herstellen.“ Die SPÖ-Frauen stehen zwar für Auskünfte zur Verfügung – aber ob sie die Frage beantworten können, warum die Ministerin nichts zur sexuellen Gewalt von Asylwerbern gegen weibliche Flüchtlinge und Österreicherinnen zu sagen hat? Oder wie es möglich ist, dass sie als Niederösterreicherin nicht auf die Kampagne der Frauenberatungsstellen in ihrem Bundesland gegen Frauenarmut eingeht?

Dass Verlage Bücher mit ihren AutorInnen präsentieren, ist üblich, aber Kremayr & Scheriau geht darüber hinaus, denn es gibt am 14. September einen „Lokalaugenschein mit Karim El-Gawhary: Flüchtlingsbetreuung in Großraming OÖ“. Der ORF-Korrespondent und seine Kollegin Mathilde Schwabeneder stellen „Auf der Flucht“ vor. El-Gawhary habe „für dieses Buch erstmals die Rolle eines Lokalreporters angenommen. MEHRERE TAGE HAT ER IN DER KLEINEN GEMEINDE GROßRAMING MIT IHREN 2700 EINWOHNERN UND 50 FLÜCHTLINGEN RECHERCHIERT. Er hat sich mit Bürgermeister, Pfarrer, Freiwilligen bei der Flüchtlingshilfe, AnrainerInnen, dem Stammtisch und nicht zuletzt mit den Flüchtlingenzusammengesetzt, um herauszufinden, wie das neue Zusammenleben in einemkleinen oberösterreichischen Biotop funktioniert.“

Nicht fehlen dürfen Stellungnahmen der EU-Grundrechtsagentur FRA, die an den Rechten Einheimischer nur dann interessiert sind, wenn sie schwul, lesbisch oder transgender sind. Ganz neu ist eine Meldung unter diesem Titel: „FRA-Studie zeigt, Gesundheitskosten für irreguläre MigrantInnen in der EU können durch rechtzeitige Versorgung verringert werden“: „Während das Problem der Migranten an den Grenzen der EU derzeit ganz oben auf der europäischen Agenda steht, haben irreguläre Migranten, wenn sie erst einmal in die EU eingereist sind, oft keinen Zugang zu medizinischen Untersuchungen und präventiven Behandlungen.

Die neuen Forschungsarbeiten der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) lassen jedoch darauf schließen, daß die Mitgliedstaaten weniger für die Gesundheit von Migranten ausgeben müßten, würden diese früher behandelt statt später notversorgt.“ Man beachte, dass illegale Einwanderung und Flucht vermischt werden und es darum geht, Fremden, für die es keine Niederlassungsfreiheit in der EU gibt, Rechte zu verschaffen, die BürgerInnen der Union oft gar nicht mehr haben. Wie sieht es denn aus mit der medizinischen Versorgung etwa in Griechenland?

PS: Ausserdem zum Thema Asyl: Wer ist die Republik Österreich, Bundesheer: Konflikt um Asyleinsatz, Helfer oder Heuchler, Unbewaffnete Soldaten zur Flüchtlingsbetreuung, Willy Wimmer zur Destabilisierung durch Massenflucht, Wer schlägt politisches Kapital aus erstickten Flüchtlingen?.Asyl und die Menschenrechtskonvention, Was wir wirklich wollen, Wie die EU sich selbst destabilisiert, Asyl und die Rolle der NATO, Müssen wir uns wirklich schämen?, Die Asyl-Destabilisierung, Die Heucheleien des Hannes Androsch, Asyl und Souveränität, Asyl und Gewalt gegen Frauen und Willy Wimmer zu den Ursachen der Flüchtlingswelle

Alexandra Bader
alexandra@ceiberweiber.at

3.9.15 13:58

bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Karl (4.9.15 09:06)
Liebe Alexandra

Zunächst dachte ich mir, ich habe noch Wichtigeres zu tun weil mir der Artikel zu lang vor Kamm. Doch nach dem Lesen einiger Absätze habe ich weitergelesen, bin begeistert und habe ihn auch an meine Freunde weitergeleitet.

Ein Artikel wie in mich mir von den Printmedien wünschen würde.

Danke für die Mühe, die Du dir machst.

Liebe Grüße Karl

Alexandra Bader (4.9.15 09:14)
Lieber Karl, danke – aber die Länge hat eben auch etwas damit zu tun, dass Zusammenhänge nachvollziehbar sein sollen. Und doch ist jedesmal nur ein Teil dessen unterzubringen, was eigentlich dazugehört. Wie du richtig bemerkst, kann man den Mainstream vergessen, und gerade deshalb müssen dann auch die alternativen Quellen mehr ins Detail gehen, als wenn man vorraussetzen könnte, dass das eine oder andere eh allen bekannt ist..

Ein Beispiel dafür, wie alles im Mainstream aus einem Guss ist, zeigt Harmut Beyerl in seinem Blog:

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2015/09/ardzdf-von-heute-bis-pilawa-obama-obama.html

Auch schon aufgeregt über die Omnipräsenz des amerikanischen Machthabers (sagt man doch üblicherweise so?) im deutschen TV? Der Herrscher, der 1.000 Militärbasen weltweit hat und fremde Völker bombardiert, wird – mehr noch als bei den privaten – im staatlichen ARD/ZDF durch alle Nachrichtensendungen bis zu Lieschen Müllers Trashsendung „Brisant prominent“ und sogar in Pilawas Quizshow am 2. 9. 2015 gelobhudelt.

Bei Pilawa gab’s Geld, für eine Kulturwissenschaftlerin die Frans Hals nicht kennt oder Prokofjew, aber die Propaganda über Obama richtig wiedergab. Von Morgen- über Mittagsmagazin, heute und tageschau bis zu heute-journal und tagesthemen. Hach, der Obama! Will die Welt retten.

– und was sieht man gestern z.B. in „Heute“ (Seite 2)? „“Hier kämpft Obama in Alaska ums Überleben“, Selfie von seiner Klimaschutzkampagne…..

Dass auch beim Thema „Flüchtlinge“ alles wie aus einer Hand wirkt, sollte allen klarmachen, was gespielt wird…

Karl (4.9.15 10:07)
Nun meine Meinung wegen der Länge zielte auch auf die Leser und auf meine Freunde ab, denn wenn sie ein gedrucktes Schmierenblatt lesen oder vor der TV-Glotze sitzen ist ihnen kein Beitrag zu lang.

Also mach weiter so.

Doch jetzt muss ich meiner Arbeit nachgehen und werde am Abend bei den Beispielen weiterlesen.

Liebe Grüße Karl

Kellermann (4.9.15 10:16)
Der erste wirklich gute Beitrag auf diesem Blog .
Aufgewachter / Website (4.9.15 13:18)
Bevor man über “Flüchtlinge” nachdenkt, besser erst einmal Ralph Boes in Berlin helfen!

Ich versteh´ immer noch nicht, warum die Fallmanagerin oder der Fallmanager von Ralph Boes überhaupt noch frei herumläuft. Ein nicht unterschriebener Lebensmittelgutschein nach fast 2 1/2 Jahren Vollsanktion und aufgebrauchten Spendengeldern stellt meiner Ansicht nach ein Straftatbestand nach §323c dar, denn nicht unterschriebene Lebensmittelgutscheine können im Supermarkt an der Kasse nämlich nicht eingelöst werden, von wegen „letzte Grundversorgung“.

Weiterlesen auf

Die Strafe für nicht vom Jobcenter unterschriebene Lebensmittelgutscheine steht im Strafgesetzbuch
https://aufgewachter.wordpress.com/2015/09/02/die-strafe-fuer-nicht-vom-jobcenter-unterschriebene-lebensmittelgutscheine-steht-im-strafgesetzbuch/


Alexandra Bader (4.9.15 18:55)
Lieber Aufgewachter,
danke für den Hinweis, es ist ja überhaupt bezeichnend, wie man mit Hartz IV-EmpfängerInnen umgeht; und dann wird immer mehr für Flüchtlinge (die ja zum Grossteil eben keinen Anspruch auf Asyl haben) gefordert siehe http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/009359.html

– da werden Asylwerber voll versorgt und dann kritisiert man, dass sie „nur“ 140 Euro Taschengeld bekommen; ich möchte den Armen in D und A sehen, dem nach dem Einkauf von Lebensmitteln etc. noch 140 Euro übrigbleiben; das haben Asylwerber aber zur freien Verfügung!

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